Gebrauchtes Elektrofahrzeug? Bitte mit Batteriezertifikat!
Das Kfz-Gewerbe Hessen und der ADAC Hessen-Thüringen werben für Batteriezertifikate

Wiesbaden, 11.12.2025. Der Markt für Elektrofahrzeuge entwickelt sich mit beachtlicher Geschwindigkeit. Neben dem Boom bei Neufahrzeugen gewinnen auch gebrauchte Elektroautos und Plug-in-Hybride zunehmend an Attraktivität für Kaufende. Mittlerweile beträgt der Anteil von reinen batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) und von Plug-in-Hybriden (PHEV) rund 6 Prozent der Besitzumschreibungen. In Zahlen sind das knapp 300.000 Elektro-Besitzumschreibungen von Januar bis September 2025 (Bund). Vor drei Jahren lag die Zahl noch bei rund 100.000 Fahrzeugen. Mit diesem Wandel steigt auch die Nachfrage nach Transparenz, Sicherheit und Klarheit, insbesondere in Bezug auf den Zustand der Batterie, dem entscheidenden Faktor für den Wert und die Zuverlässigkeit eines gebrauchten Elektrofahrzeugs.
Der Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes und der ADAC Hessen-Thüringen haben sich auf ihrem Spitzentreffen in Gießen darauf verständigt, gemeinsam verstärkt über dieses wichtige Thema zu informieren, um die Vorbehalte gegen gebrauchte Elektrofahrzeuge abzubauen. „Die Bedenken der Kundinnen und Kunden, ein Elektromobil mit schwacher Batterie zu kaufen, können wir aus dem Weg räumen. Unsere hessischen Kfz-Betrieben können den aktuellen technischen Batteriezustand exakt feststellen und in einem Batteriezertifikat dokumentieren“, sagte Michael Kraft, Präsident des Hessischen Kfz-Gewerbes. Ebenso befürwortete der ADAC eine Batteriediagnose bei gebrauchten Elektrofahrzeugen. „Mit einer zertifizierten Batteriediagnose ist der Kunde auf der sicheren Seite. Dann kann er entscheiden, ob er das gebrauchte Elektroauto kaufen möchte, und es ergeben sich im Nachhinein keine bösen Überraschungen“, erklärte Wolfgang Wagner, Vorsitzender des ADAC Hessen-Thüringen.
Ein weiteres Thema, bei dem sich die Spitzenvertreter des Hessischen Kfz-Gewerbes und des ADAC Hessen-Thüringen einig waren, ist die Abschaffung der Blockiergebühren an Normalladepunkten zwischen 22 und 8 Uhr und deren Erhebung während noch laufender Ladevorgänge. Das sei unverhältnismäßig und nicht verbraucherfreundlich. Außerdem sprachen sich die Verbände für übersichtlichere Angebote der Ladenetzbetreibenden aus. Hier bestünde dringender Handlungsbedarf, um gegenüber Autofahrenden Transparenz zu schaffen.