DAT-Barometer zeigt Wertverlust gebrauchter Elektrofahrzeuge und analysiert alternative Antriebe

[07.04.2021] Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) zeigt im aktuellen DAT-Barometer zwei Schwerpunktthemen: den starken Rückgang der Werte von gebrauchten Elektro-Autos und alternative Antriebsarten mit der notwendigen skeptischen Interpretation.

Hier die Ergebnisse im Detail:

  • Elektro-Gebrauchtwagen verlieren stärker an Wert als Verbrenner: Eine Analyse der Transaktionspreise, die vom Handel an die DAT übermittelt werden, zeigt, dass derzeit Benziner und Diesel zu stabileren und auch höheren Preisen verkauft werden können als gebrauchte batterieelektrische Fahrzeuge (BEV). So lag beispielsweise im Dezember 2020 der Wert für dreijährige Benziner bei 56,6% des ehemaligen Neupreises, vergleichbare Diesel erzielten 52,5%. Batterieelektrische Pkw kamen auf 50,6%. Seit Sommer 2020 sind die Werte für gebrauchte BEV deutlich gefallen (siehe hierzu auch den unten stehenden Kommentar von Martin Weiss, Leiter DAT-Fahrzeugbewertung), während sich Benziner und Diesel stabilisierten.

  • Durchdringung alternativer Antriebe variiert je nach Marke: Der Anteil der elektrifizierten Antriebsarten ist deutlich gewachsen. Dazu gehören u. a. rein batterieelektrische Pkw (BEV), Plug-In-Hybride (PHEV), Vollhybride (HEV) und Mildhybride (MHEV). Die Top-Hersteller mit den meisten Zulassungen solcher Antriebe im Januar und Februar 2021 waren Audi, gefolgt von BMW und VW. Die knapp 20.000 Einheiten bei Audi bedeuten, dass mehr als zwei Drittel aller neu zugelassenen Audi-Pkw über einen alternativen Antrieb verfügen. Beim zweitplatzierten BMW lag das Verhältnis bei 57%, bei VW waren es 22%.

  • Mildhybride verzerren Verbrenner-Statistik: Betrachtet man die Top-5-Marken bei den Neuzulassungen von elektrifizierten Pkw, so sticht Audi mit fast 70% deutlich hervor. Darunter sind 16% Plug-In-Antriebe, 6% fahren rein batterieelektrisch, und 47% sind Mildhybrid-Pkw. Die Tatsache, dass die 47% Mildhybride zu den alternativen Antrieben gerechnet werden, verzerrt die Statistik der Diesel- und Benzinanteile.

Bild: DAT
  • Alternative Antriebsarten im Pkw-Bestand bei 4%: Auf den Straßen fahren derzeit über 48 Mio. Pkw, darunter 96% mit einem Verbrennungsmotor (Stichtag 1.1.2021). 1,75 Mio. Pkw, das sind 4% oder jeder 27te Pkw, zählen zu den alternativen Antrieben (darin enthalten auch alle Mildhybrid-Pkw). Betrachtet man die im Jahr 2020 neu zugelassenen Pkw, so haben diese den Bestand rein rechnerisch um etwa 820.000 Diesel, 1,36 Mio. Benziner und 736.000 Pkw mit alternativen Antrieben erhöht.

  • Automobilmarkt kämpft mit dem Lockdown: Die Neuzulassungen und Besitzumschreibungen sind in den ersten beiden Monaten deutlich gesunken. Das KBA registrierte im Januar Rückgänge von ca. 30% gegenüber dem Januar 2020. Im Februar waren es noch etwa 20% weniger als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Durch den Lockdown konnte der Automobilhandel deutlich weniger Fahrzeuge verkaufen. Im zweiten Halbjahr 2020 profitierten neue batterieelektrische und Plug-In-Hybrid-Pkw neben den Förderprämien zusätzlich von einem reduzierten Mehrwertsteuersatz.

  • Standtage beim Handel steigen durch Lockdown: Der Automobilhandel ist in seinen Aktivitäten deutlich gehemmt. Während Endes des Jahres 2020 aufgrund der starken Nachfrage nach Gebrauchtwagen die Standtage kontinuierlich gefallen sind (im Dezember 2020 bei 73 und 75 Tagen für Benziner und Diesel), so stiegen zum Jahresbeginn die Standtage wieder an. Aufgrund der geringeren Übermittlungen von Standzeiten aus dem Handel an die DAT unterliegen die aktuellen Werte von um die 90 Tage einer größeren Schwankungsbreite.

Letzte Änderung: 07.04.2021Webcode: 0133801