WLTP-Loch für die Neuzulassungen

[22.10.2018] 

Nach der WLTP-Umstellung ist der Neuwagen-Absatz im September in Hessen wie erwartet deutlich eingebrochen. 21.411 Fahrzeuge bedeuten das schlechteste Ergebnis seit der Jahrtausendwende.  Der Rückgang liegt bei 30,2 Prozent. Jürgen Karpinski, Präsident des Kfz-Landesverbandes Hessen, sagte zu den aktuellen KBA-Länderzahlen:  "Die rote Phase bei den Neuzulassungen ist nicht vorbei. Einigen Herstellern fehlt noch immer die Zulassung für einzelne Motoren." Es habe im September ein "WLTP-Loch" gegeben. 

Das September-Ergebnis gliedere sich in 13.284 (Vorjahr: 18.194) neue Benziner und 6.957 (Vorjahr: 11.500) neue Diesel-Pkw.  Hinzu kämen 245 (Vorjahr:348) Elektro- und 900 (Vorjahr: 604) Hybrid-Pkw sowie 323 (Vorjahr: 43) gasbetriebene Neuwagen. Der Rückgang bei den neuen Diesel-Pkw um 39,5 Prozent sei "ein schmerzhafter Einschnitt". 

In der Neun-Monats-Bilanz liege der Pkw-Markt in Hessen mit 282.111 Neuzulassungen auf dem Vorjahresniveau. Im Zwischenergebnis spiegele sich das Diesel-Desaster deutlich wider. Während Benziner 12,5 Prozent zugelegt hätten, habe der Diesel Verluste von 20,7 Prozent verbucht. Dies seien 172.515 Benziner und 96.648 Diesel. Die Dieselquote liegt den Angaben Karpinskis zufolge bei 34,3 (Vorjahr: 43,1) Prozent. 

Seit 1. September dürfen, wie Karpinski berichtete, nur noch Autos neu zugelassen werden, die den Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) durchlaufen haben. Die neuen, gründlicheren Tests hätten dazu geführt, dass noch nicht alle Modelle die Genehmigung für eine Neuzulassung besitzen.  Die Sondereffekte für den Neuzulassungsmarkt dauern nach Karpinskis Einschätzung noch an. Insgesamt aber zeige sich der Automarkt in Hessen robust. Die Branche stelle unverändert eine große Verunsicherung der Kunden, auch durch die politischen Rahmenbedingungen zum sogenannten Diesel-Kompromiss, fest.

Letzte Änderung: 22.10.2018Webcode: 0122013