Kfz-Gewerbe Hessen - Herbsttagung in Oberursel

[20.11.2018] 

Das Hessische Kfz-Gewerbe hat seine Herbst-Mitgliederversammlung am Freitag, den 2. November 2018 abgehalten. Otfried Mohr, Obermeister der Kfz-Innung Hochtaunuskreis hat die Verantwortlichen der 22 hessischen Kfz-Innungen in seinen Innungsbezirk nach Oberursel eingeladen. 

Verbandspräsident Jürgen Karpinski begrüßte die 60 Teilnehmer aus ganz Hessen und informierte über die aktuellen Themen der Branche. Neben der Langzeit-Baustelle „Diesel-Nachrüstung“ sowie die nicht vorhandene bundeseinheitliche Regelung, stand das Thema Digitalisierung hoch oben in der Tagesordnung. Das Kfz-Gewerbe fordert gesetzliche Rahmenbedingungen inkl. einer Förderung aus dem Mobilitätsfond für moderne Dieselfahrzeuge. „Ausnahmslos jeder Halter eines Dieselfahrzeugs, der eine Hardware-Nachrüstung durchführen lassen will, muss dies machen dürfen“, so Karpinski.

Aber nicht nur beim Thema Diesel wird das Handeln der Politik gefordert, sondern auch bei der E-Mobilität und der notwendigen 5-G-Netztechnologie.

Ein wichtiges Zwischenziel mit der neuen europäischen Typengenehmigungs-Verordnung (EU) 2018/858 wurde auf den Weg gebracht. Sie legt fest, dass Hersteller sämtliche Informationen für Diagnose, Instandhaltung und Neuprogrammierung in einem elektronischen Format über das Internet bereitstellen müssen.

Um das Thema „Industrie 4.0 – Digitalisierung“ nochmals aufzugreifen wurde Roman Benischke eingeladen. Er zeigte die Entwicklung, sowie die Chancen des Kfz-Gewerbes anhand eines virtuellen Autohauses. Des Weiteren nutzten Referenten von Autobörsen die Gelegenheit ihre Konzepte vorzustellen und zeigten somit ein weiteres Vertriebswerkzeug für den Handel.

Joachim Kuhn, Geschäftsführer des Landesverbandes, stellte in seinem Vortrag zur Berufsbildung die Gewinner des praktischen Leistungswettbewerbs 2018 vor. Besondere Erwähnung fand die die Innung Frankfurt und Main-Taunus-Kreis, die als erste hessische Innung mit dem „Blauen Kalligraphen“, für das Projekt „CO2-Challange“ ausgezeichnet wurde.

Die Digitalisierung findet sich auch beim Thema Berufsbildung wieder. Thorsten Krämer, Vorstand Berufsbildung, erläutert die Zukunft und Möglichkeiten der elektronischen Gesellenprüfung. Zur Sommerprüfung 2019 wird das Pilotprojekt „elektronische Prüfung“ bei fünf Innungen aus Hessen und NRW umgesetzt werden.

Thomas Klein, Betriebsberater des Landesverbandes, erläutert das Projekt „Digi-Guides Hessen“. Mit diesem Projekt, sowie dem Digi-Check und Digi-Zuschuss, welche maßgeblich vom Hessischen Wirtschaftsministerium gefördert werden, erhalten Unternehmen bis zu 10.000 Euro Zuschuss für ihre Digitalisierungsmaßnahmen. Ein wichtiges Projekt, welches über den Zeitraum von zwei Jahren gefördert wird.

Verbandsgeschäftsführer Joachim Kuhn informierte über das Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO/TEC 17020:2012, Nr. 3.6, welches bis Anfang 2020 vom Kfz-Gewerbe umgesetzt werden muss. Bereits am 08./09.01.2019 soll der Bundesinnungsverband mit mindestens 150 anerkannten Betrieben auditiert werden.

Betriebsberater Andreas David Lutz erläuterte die Anforderungen der Schweinwerfereinstell-Prüfsysteme, sowie die Akkreditierung als Kalibrierlaboratorium nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005, welches die TAK CERT GmbH von der Deutschen Akkreditierungsstelle am 27.04.2018 erhalten hat. Prüf- und Hilfsmittel liegen dem Landesverband vor und können von Kfz-Innungen mitgenutzt werden. Auch das Thema Abgasuntersuchung und ihre Anforderungen, sowie gute Gründe für eine eigene AU-Berechtigung werden im Rahmen der hoheitlichen Aufgaben genauer erläutert.

Letzte Änderung: 20.11.2018Webcode: 0122325