Kfz-Gewerbe Hessen: Herbsttagung im Schlosshotel Friedewald

Präsident Jürgen Karpinski (2.v.r.), Prof. Hannes Brachat (2.v.l.), Geschäftsführer Joachim Kuhn (links) und Pressesprecher Roger Seidl (rechts)

[07.11.2017] 

Das Hessische Kfz-Gewerbe hat seine Herbst-Mitgliederversammlung am Freitag, den 27. Oktober 2017 abgehalten. Kurt Modenbach, Obermeister der Kfz-Innung Hersfeld-Rotenburg hat die Verantwortlichen der 22 hessischen Kfz-Innungen in seinen Innungsbezirk nach Friedewald eingeladen.

Verbandspräsident Jürgen Karpinski begrüßte die 60 Teilnehmer aus ganz Hessen und informierte über die aktuellen Themen der Branche. In Hessen seien von Januar bis September bei den Neuzulassungen ein erfreuliches Plus von 4,1% und bei den Besitzumschreibungen leider ein Minus von 1,3% zu verzeichnen. Der Diesel läge im Abwärtstrend. Reine Elektromobile stagnierten und Hybridfahrzeuge seien im Aufwind. Verlässliche Prognosen über die Entwicklung des Automarktes könnten derzeit nicht abgeben werden, „denn wir sind immer noch in einer extrem aufgeheizten Anti-Diesel-Debatte, deren Auswirkungen für den Autohandel, aber auch für die Verbraucher aktuell kaum abzuschätzen sind“ so Karpinski. Die Autokäufer seien verunsichert, gerade in Ballungsgebieten. Die Händler würden sich große Sorgen um die Wertentwicklung von Dieselfahrzeugen machen. Karpinski: „Wir benötigen klare Aussagen der Politik, die den Autofahrern Rechtssicherheit für das Benutzen ihrer Fahrzeuge geben. Der Staat verliert jede Glaubwürdigkeit, wenn er auch junge Dieselfahrzeuge mit Fahrverboten belegt. Stattdessen fordern wir vom Gesetzgeber im Sinne der Wertsicherung für diese Fahrzeuge Rahmenbedingungen für die technisch machbare und sehr effektive Nachrüstung zu schaffen.“ Am 22. September hat der Bundesrat der Wiedereinführung der Endrohrmessung an allen Kraftfahrzeugen zugestimmt. „Unser Verband hat sich massiv für diese Modernisierung der Abgasuntersuchung eingesetzt und wir begrüßen ausdrücklich das positive Votum des Bundesrats zur Wiedereinführung der verbindlichen Endrohrmessung ab dem 01. Januar 2018“ sagt Karpinski. Verbandsgeschäftsführer Joachim Kuhn und Betriebsberater Andreas David Lutz informierten ergänzend über die bis 2018 erforderliche Kalibrierung von Scheinwerfereinstell- und -prüfsystemen, sowie weiteren neuen Herausforderungen die die neuen Kalibrier- und Akkreditierungsvorschriften bei der Umsetzung von hoheitlichen Aufgaben für die gesamte Verbandsorganisation mit sich bringen.

Druckfrisch hat der erste Geschäftsbericht des hessischen Kfz-Gewerbes auf den Tischen der Delegierten gelegen. "Wir haben Rückschau und Ausblick für die schwierigen Autojahre 2016 und 2017 kombiniert." sagte Präsident Jürgen Karpinski. Primär sei der Geschäftsbericht aber "das Medium des Verbandes für Dialog und Diskussion mit Politik, Herstellern, anderen Verbänden und Institutionen". Auf 74 Seiten gebe es eine kommentierte Bestandsaufnahme der Lage des hessischen Kfz-Gewerbes ebenso wie Beispiele der Dienstleistungsqualität im hessischen Landesverband wie der Entsorgungsring, die Betriebsberatung oder die Technische Fahrzeugüberwachung.

Neben weiteren Themen wie Ladetechnik für Elektrofahrzeuge, Optimierung der privaten Krankenversicherung oder dem Dieselbarometer der DAT war der Tarifabschluß der Tarifgemeinschaft des hessischen Kfz-Gewerbes mit der IG Metall Hauptgesprächsthema auf der Mitgliederversammlung. Hierzu stellte der neue Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft, Tobias Haas den Delegierten die Details des Verhandlungsergebnisses vor.

Als besonderen Gast hatte der Hessische Kfz-Verband Prof. Hannes Brachat, den Herausgeber der Fachzeitschrift „Autohaus“, eingeladen. Er erklärte in einem sehr anschaulichen Vortrag Handlungsempfehlungen für den Kfz-Betrieb mit Zukunft.

Letzte Änderung: 05.12.2017Webcode: 0116748