Kfz-Gewerbe Hessen schafft notwendige Bildungsressourcen - Frankfurt hat jetzt einen Car-Campus

Obermeister Thomas Holler (links) mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier
(Quelle: kfzbetrieb)

[13.09.2018] 

Nach 13 Monaten Bauzeit hat die Landesfachschule des Kfz-Gewerbes in Hessen ihren Erweiterungsbau eröffnet. Der langgestreckte Neubau mit vier Werkstätten zu je 250 Quadratmeter – alle mit einem kleinen Theorieraum – und zwei Parkdecks entstand zusätzlich auf dem Gelände an der Heerstraße im Frankfurter Stadtteil Praunheim.

Der Zeit- und Kostenrahmen wurde eingehalten. Rund 3,5 Millionen Euro hat die Innung aus eigenen Mitteln aufgebracht. Die Kfz-Innung ist mit ihrem neuen Bau auf alles eingestellt. Nicht zuletzt dadurch, dass eine 700-Quadratmeter-Solaranlage auf dem Dach des Parkdecks jährlich bis zu 90 000 Kilowattstunden Strom erzeugt, genug, um zwei Schnell-Ladepunkte im Parkdeck zu betreiben. Auch in der Aus- und Weiterbildung stellen die Themen Lithium-Ionen-Akku, Hybridtechnik und Brennstoffzelle einen neuen Schwerpunkt dar.

Jede der vier neuen Werkstätten verfügt über drei Hebebühnen. Deren Anzahl ist dabei nicht zufällig gewählt. Man plant die Lehrgänge mit einer Gruppenstärke von maximal 12 Teilnehmern. Jeder Lehrgangsleiter hat somit den perfekten Überblick – und jeder Teilnehmer den perfekten Blick aufs Schulungsobjekt.

Geschult wird direkt am Fahrzeug, auch die theoretischen Lerninhalte werden jeweils in der Werkstatt vermittelt. Bis zum heutigen Tag wurden 62.000 Kfz-Mechatroniker-Azubis und 12.000 Meister ausgebildet, weiter waren 44.000 Teilnehmer bei Weiterbildungs-Lehrgängen.

Eine der vier Werkstätten ist dauerhaft für internationale Kurse reserviert. Inzwischen haben junge Meister aus fast allen Erdteilen in der Landesfachschule ihre Qualifikation erworben. Das Engagement soll weiter ausgebaut werden. Bereits seit vielen Jahren haben die Frankfurter gute Kontakte nach Israel und bilden junge Palästinenser und Israelis in Frankfurt aus.

Zur Eröffnung war auch Volker Bouffier erschienen. Dem hessischen Ministerpräsidenten gefällt dabei vor allem das Engagement von „freien und verantwortungsbewussten Bürgern“, wie er es formulierte. „Sie haben es nicht gebaut, weil man es ihnen vorgegeben hat – sie haben die Notwendigkeit in eigener Verantwortung und mit eigenem Weitblick erkannt.“ Dem Fachkräftemangel könne man nur mit attraktiver Ausbildung begegnen, unterstrich Bouffier die Notwendigkeit der Fachschulerweiterung. Künftig müsse die duale Ausbildung der universitären gleichgestellt sein.

Letzte Änderung: 13.09.2018Webcode: 0121497