Diesel brechen um fast ein Drittel ein

[19.01.2018] 

Mit einem marginalen Minus von 0,6 Prozent auf 27.448  (Vorjahr: 27.616)) Neuzulassungen hat der hessische Pkw-Markt das Autojahr 2017 beendet. Ein vor allem in dieser Dimension unerwarteter Rückgang beim Diesel lässt in der Branche die Alarmglocken schrillen. Diese Verluste betrugen 30,2 Prozent in der Diesel-Hochburg Hessen. Die Monatsbilanz weist 16.741 (Vorjahr: 13.602) Benziner und 9.418 (Vorjahr: 13.491) Diesel aus.

Jürgen Karpinski, Präsident des Kfz-Landesverbandes Hessen, sagte zu den aktuellen KBA-Länderzahlen, die Einbrüche beim Diesel seien besorgniserregend. Die Branche warte mit "Spannung und Unbehagen" auf den für den 22. Februar angekündigten Spruch des Bundesverwaltungsgerichts, der als eine Maßnahme der Luftreinhaltung auch Fahrverbote enthalten könnte. Kunden würden durch eine diffuse Diskussion um Fahrverbote nur noch mehr verunsichert. Karpinski: "Wir lehnen Fahrverbote weiter ab. Es gibt bessere Lösungen zur Luftreinhaltung. Hierzu gehören auch saubere Diesel."

Erfreulich in der mageren Dezember-Bilanz seien die Zuwächse im Segment der alternativen Antriebe. Das Verkaufsplus liege unverändert auf niedrigem Niveau. Im Dezember sind den Angaben Karpinskis zufolge 411 (Vorjahr: 91) Elektro- und 805 (Vorjahr: 387) Hybrid-Pkw erstmals zugelassen worden. Leichte Erholung gebe es für Erdgas-Pkw. 46 (Vorjahr: 12) Erstzulassungen stünden in der Monatsbilanz.

Trotz der Diesel-Verunsicherungen gebe es in der Jahresbilanz mit 4,6 Prozent ein überdurchschnittliches Plus auf 370.171 (Vorjahr: 353.821) Neuzulassungen. Dabei liege der Diesel mit zwölf Prozent auf 152.578 (Vorjahr: 173.447) Verkäufen im Minus und Benziner mit 18,5 Prozent im Plus. Dies entspreche 206.593 (Vorjahr: 174.276) Neuzulassungen.

Das Wachstum des Marktes beruhe auf der überdurchschnittlichen Steigerung der privaten Zulassungen und insbesondere im zweiten Halbjahr auf den erfolgreichen Diesel-Eintauschprogrammen fast aller Marken.

Letzte Änderung: 19.01.2018Webcode: 0117802