Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
 
 

Hohe Preisnachlässe verhindern eine gute Rendite

Wiesbaden: „Wie kann es sein, dass wir trotz Sonnenschein im Regen stehen“ sagt Präsident Jürgen Karpinski bei der Mitgliederversammlung des Landesverbands in Bad Nauheim und kritisiert damit die hohen Preisnachlässe im Neuwagengeschäft und warnt vor einer Infektion des Servicebereichs durch das schädliche Nachlassverhalten.

„Wenn nun auch noch Betriebe unsere Handwerksleistungen verschleudern, dann wird es doppelt bedenklich“, kritisiert Karpinski das Preisdumping im Service.

Das Schreckgespenst von ADAC eigenen Werkstätten sorgte zuletzt für Unruhe im Kfz-Gewerbe. „Den Donner haben wir wohl gehört. Wir wollten aber nicht solange warten bis es blitzt und haben frühzeitig gehandelt“, verdeutlicht Karpinski die bedrohliche Situation und berichtet vom Spitzengespräch auf Landesebene zwischen dem Vorstand des Hessischen Kfz-Gewerbes und dem des ADAC Hessen-Thüringen. „Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass uns die Vertreter des ADAC zugesichert haben, dass es eigene Werkstätten des ADAC in absehbarer Zeit nicht geben wird“, so Karpinski.

In 2001 wurde die erste Vereinbarung mit allen Überwachungsorganisationen unterzeichnet, in der darin der Wille geäußert wurde, dass auch künftig die Hauptuntersuchung und die Fahrzeugreparatur getrennt bleiben sollen. Im Gegenzug sollten keine weiteren Prüfstellen von den Überwachungsorganisationen mehr eingerichtet werden und die Hauptuntersuchung wurde als Prüfung in den Prüfstutzpunkten gesetzlich verankert. Diese Willensbekundung wurde in Hessen aktiv umgesetzt.

„Durch die regelmäßigen Zusammenkünfte der hessischen Clearingstelle ist die Gesamtzahl von 200 Prüfstellen in den letzten Jahren konstant geblieben. Das ist ein großer Erfolg, der nur durch nachhaltige Verbandsarbeit sicher gestellt werden konnte“, betont Karpinski.

Das Ergebnis einer aktuellen Auswertung unter den Überwachungsorganisationen zeigt, dass in Hessen rund 80 Prozent aller Hauptuntersuchungen in Prüfstützpunkten durchgeführt werden. Viele Maßnahmen des Verbands, die zur Qualitätssicherung für die hessischen Innungen entwickelt wurden (wie z. B. die Jahresberichte für das Verkehrsministerium oder die Datenbank für die Prüfstützpunktprüfung) würden inzwischen auch von anderen Bundesländern eingesetzt werden.

Der Präsident des hessischen Kfz-Gewerbes berichtet im Zusammenhang mit dem Thema „Elektromobilität“ über die Förderung der Forschung und Entwicklung im Bereich der Batterie-Technologie seitens der Bundesregierung. Er stellt fest, dass die Kraftfahrzeugbetriebe sich bereits durch Schulung der Mitarbeiter auf den Umgang mit Hochvolt-Anlagen auf Elektroautos vorbereiten, nicht zuletzt auch in der Ausbildung der Kfz-Mechatroniker.

Als die ausbildungsstärkste Branche bemüht sich das Kfz-Gewerbe um qualifizierten Berufsnachwuchs und macht sogar – jetzt aktuell in Hessen - im Radio durch Funkspots auf die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam.

Horst Haese, Vorstand für Berufsbildung im Landesverband Hessen, berichtet über die Neuausrichtung der Nachwuchsförderungskampagne im Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe und weist auf die neue mobile Ausstellung „AutoBerufe – Mach Deinen Weg“ hin, die anlässlich der Verbandstagung zu sehen war. Damit unterstützt das hessische Kfz-Gewerbe die Initiative, potenzielle Bewerber und deren Ratgeber über die vielfältigen Ausbildungsberufe rund um das Automobil sowie deren Perspektiven im technischen und kaufmännischen Bereich zu informieren.

Viel Lob für das hessische Engagement bei der Berufsbildung gibt es von ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens, die über die Fortentwicklung des Ausbildungsberufs Kfz-Mechatroniker berichtet.

Prominenter Gast ist der hessische Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Tarek Al-Wazir, der über die Ansichten seiner Fraktion in Bezug auf zukünftige Energie- und Verkehrspolitik referiert. Er stellt sich den vielfältigen Fragen der Delegierten u. a. zu den Themen hessischer Energiegipfel, Versorgungssicherheit bei dem Umstieg auf erneuerbare Energien, Förderprogramme im Bereich der Gebäudesanierung und zum Tempolimit.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen stellt die gesellschaftspolitische Herausforderung vorn an und konfrontiert die Delegierten mit der Frage, wie sinnvoll es wohl sei, wenn wir uns über die Notwendigkeit unterhalten, die Energieeffizienz unseres wirtschaftlichen Handelns zu verbessern, Mineralwasser über die Alpen zu transportieren oder Rosen aus Kenia zu verschenken.

 
Letzte Änderung: 24.11.2011
 
 

Service

Jürgen Karpinski, Präsident Landesverband Hessen des Kfz-Gewerbes