Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
 
 

Erdgas im neuen Auto - sparsam, sicher, sauber!

Fahren mit Erdgas - auch als CNG bekannt - wird immer beliebter. In Deutschland fahren rund 100 000 Fahrzeuge mit dem Alternativkraftstoff. CNG steht für Compressed Natural Gas, also komprimiertes Erdgas. Es besteht im Wesentlichen aus Methan.

Aktuelles Fahrzeugangebot

Fast alle namhaften Hersteller liefern mittlerweile Erdgasfahrzeuge direkt ab Werk. Für die verschiedenen Einsatzbereiche stehen vom Erdgas-Pkw bis zum schweren Nutzfahrzeug Modelle zur Verfügung. Eine Übersicht finden Sie  hier.

Bivalent oder monovalent?

Ein Fahrzeug mit bivalentem Antrieb kann sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin fahren. Es kann jederzeit von Gas auf Benzinbetrieb umgeschaltet werden - entweder automatisch oder per Knopfdruck. Der Schalter dafür findet sich in der Regel auf der Armaturentafel des Autos. Die Kilometerleistung pro Tankstopp erhöht sich durch die Möglichkeit mit zwei Kraftstoffen zu fahren beträchtlich.

Sequentielle Gaseinblasung; Quelle: Daimler

Monovalente Fahrzeuge werden nur mit Erdgas betrieben oder verfügen über einen Nottank (bis zu 15 Liter Benzin) - im Falle eines Falles gewährt diese Reserve eine zusätzliche Reichweite von rund 150 Kilometern. Der Motor kann bei einem monovalenten Fahrzeug besser auf den Betrieb mit Erdgas abgestimmt werden.

Monovalente Fahrzeuge werden nur mit Erdgas betrieben oder verfügen über einen Nottank (bis zu 15 Liter Benzin) - im Falle eines Falles gewährt diese Reserve eine zusätzliche Reichweite von rund 150 Kilometern. Der Motor kann bei einem monovalenten Fahrzeug besser auf den Betrieb mit Erdgas abgestimmt werden.

Wo kann man Erdgas tanken?

Schon heute gibt es in Deutschland 911 Erdgastankstellen. Das dichteste Netz liegt in und am Rand von Großstädten und in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet. Eine Übersicht über alle Erdgastankstellen finden Sie unter  www.gas-tankstellen.de.

Einheitliche Schilderung von Erdgastankstellen

Das Verkehrsschild mit dem Gastankstellensymbol, einer Zapfsäule mit einem blauen Schatten und der internationalen Kraftstoffbezeichnung CNG wird verbindlich als Hinweis auf Erdgastankstellen an Raststätten und Autohöfen entlang der Bundesautobahnen eingesetzt.

Bis zum Jahr 2020, so eine Schätzung der deutschen Gas-Wirtschaft, wird sich das Erdgas als dritter Kraftstoff neben Benzin und Diesel etabliert haben.

Tipp: Auf weiten Strecken sollte man vor Fahrtbeginn Tankstopps festlegen. Hilfreich sind Tankstellenkarten der Erd- und Autogasverbände oder ein Navigationssystem mit entsprechendem Verzeichnis.

Wie kommt das Erdgas in den Tank?

Erdgas ist an öffentlichen Gastankstellen mit Schnellbetankung ebenso leicht, so schnell und gefahrenfrei zu tanken wie Benzin oder Diesel. Die Hände bleiben dabei sauber. Einfach die Füllkupplung auf den Füllstutzen setzen, Hebel um 180 Grad drehen, und der Tankvorgang kann gestartet werden. Ist der Tank voll, wird der Tankvorgang automatisch beendet. Moderne Stationen verfügen bereits über neue Zapfpistolen mit einem Handstück ähnlich dem für Benzin und Diesel.

CNG-Betankungsanweiseung an der Tankstelle; Quelle: gibgas consulting
Erdgas-Tankanlage; Quelle: Geiger

Low oder High

Erdgas wird im Fahrzeug mit einem Tankdruck von etwa 200 bar in speziellen Tanks gespeichert. Angeboten wird CNG in zwei verschiedenen Qualitäten, als H-Gas und als L-Gas. H steht dabei für High und L für Low. Aus technischer Sicht können heute sowohl Serienfahrzeuge wie auch nachgerüstete Erdgasfahrzeuge uneingeschränkt mit H-Gas oder L-Gas betrieben werden. H-Gas hat einen hohen Methananteil von 84 bis 99 Volumenprozent sowie einen relativ hohen Heizwert. Der Methananteil von L-Gas liegt dagegen durchschnittlich zwischen 80 und 87 Volumenprozent. Deshalb ist der Heizwert niedriger als der von H-Gas. Ein mit L-Gas betriebenes Fahrzeug hat aus diesem Grund einen etwas erhöhten Verbrauch. An den Tankstellen erfolgt aber eine Kennzeichnung der Beschaffenheit des verkauften Gases. L-Gas ist im Mittel entsprechend günstiger.

Übrigens: Erdgasfahrzeuge können alternativ Biogas fahren, denn auch Biogas besteht nach der Aufbereitung zum größten Teil aus Methan.

 

Kilo statt Liter

Noch eine weitere Besonderheit ist bei CNG zu erwähnen. Es wird an der Tankstelle nicht in Litern sondern in Kilogramm verkauft. Dabei muss man berücksichtigen, dass ein Kilogramm Erdgas ungefähr so viel Energie ergibt, wie 1,5 Liter Ottokraftstoff und etwas mehr als 1,3 Liter Diesel.

Tanken und sparen

Mit einem H-Gas-Preis von rund 88 Cent pro Kilo errechnet sich damit eine Ersparnis gegenüber dem Benzinbetrieb von über 50 Prozent. Dem gegenüber steht der Mehrpreis für Fahrzeuge ab Werk, der zwischen 2000 und 4000 Euro liegt. Optimal sparsam sind Erdgas-Fahrzeuge in monovalentem, also reinem Gasbetrieb. Ab wann rechnet sich eigentlich ein Erdgasauto? Einen Kraftstoffrechner finden Sie unter  www.erdgas-fahren.de.

Geld
vom Staat

Erdgas wird steuerlich begünstigt: Wegen seiner sehr guten Umwelteigenschaften wird Erdgas in Deutschland mit 20 Prozent des üblichen Mineralölsteuersatzes belastet - und daran soll sich laut einer Zusage der Bundesregierung bis zum Jahr 2018 nichts ändern. Um die Anschaffung eines Erdgasfahrzeuges noch attraktiver zu machen, sind auf Landesebene sowie auf kommunaler Ebene Förderprogramme ins Leben gerufen worden. Förderprogramme und Kontaktadressen finden Sie unter  www.erdgas-fahren.de. Übrigens: Viele der örtlichen Gasversorger subventionieren die Anschaffung von neuen Erdgas-Autos.

Ihr Beitrag zum Umweltschutz

Die Emissionen der mit Erdgas betrieben Autos liegen bereits heute deutlich unter allen Grenzwerten und künftigen EU-Abgasnormen. Im Vergleich mit herkömmlichen Fahrzeugen wird das spezifische Ozonbildungspotenzial um rund 80 Prozent reduziert. Denn durch den Einsatz von Erdgas als Kraftstoff können umfangreiche Emissionsminderungen erzielt werden. So sinkt der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid gegenüber Benzinbetrieb um bis zu 25 Prozent, Ruß sowie andere Staubemissionen werden praktisch ganz vermieden. Die "weichere" Verbrennung des Erdgases vermindert zudem das Motorgeräusch.

Gas geben und Sicher fahren

Das Fahren mit Gas ist bei fachgerechter Nachrüstung in einem Kfz-Meisterbetrieb nicht gefährlicher als mit Benzin - dafür sorgen Sicherheitsventile im Tank. Das bestätigen diverse Tests, bei denen Gasautos gecrasht oder auch gezielt in Brand gesteckt wurden. Diese Überdruckventile gewährleisten, dass etwa im Falle eines Brandes das Gas aus dem erhitzten Tank gezielt ausströmt und kontrolliert abfackelt.

 
Letzte Änderung: 09.01.2013
 
 

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